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Wenn Du kein guter, sondern ein exzellenter Personal Trainer sein möchtest, gehören die HandsON und Coaching Cue Techniken zu einer der Kernkopetenzen im praktischen Training mit dem Personal Training Kunden. In diesem Artikel bekommst Du einen Überblick über die Techniken und wie Du diese in der Praxis in verschiedenen Grundübungen wie dem Squat (Kniebeugen), dem Deadlift (Romänisches Kreuzheben), der Bensh Press (Bankdrücken) und weiteren Übungen umsetzen kannst.

Hands ON im Personal Training:

Was ist Hands On im Personal Training?

Unter Hands On im Personal Training versteht man, dass der Coach oder Personal Trainer „Hand anlegt“, sprich durch Druck-, Klopf-, Schiebebewegungen einen taktilen Reiz beim Kunden auslöst der ihm hilft, besser die Bewegung auszuführen oder den Zielmuskel besser zu aktivieren. Oftmals ist es so, dass der Klient zwar die Anweisung inhaltlich versteht, allerdings nicht in der Bewegung umsetzen kann, oder mit anderen Muskelgruppen oder Strukturen kompensiert. Hierbei hilft die sehr persönliche Art des Coachings der Hands On Technik. Im folgenden werde ich auf die wichtigsten Punkte beim Hands On Coaching eingehen.

Wie funktioniert Hands On im praktischen Coaching?

Es gibt für die Hands On Technik keine feste Regeln oder Technik. Es fängt an von kleinen taktilen Reizen mit der Fingerspitze bis hin zu diversen Stretch- oder Massage Techniken. Wenn man es noch holistischer betrachtet, würde Hands On auch bedeuten Hand aufzulegen. Doch diese „Heilmethoden“ finden im klassischen Personal Training oder Fitness Training eher weniger die Anwendung. Im Grunde dient diese  Methode des Coachings unserer Meinung nach zwei Hauptzielen:

  1. Eine Hilfe für eine bessere Bewegungsausführung der Übung
  2. Den Zielmuskeln (Arbeitsmuskel) besser aktivieren und fühlen zu können.

Ein Beispiel: Dem Klient wandern die Schultern nach oben während der Übung Bankdrücken. Verbale Anweisungen wie: „Schultern nach hinten unten ziehen“ können nicht umgesetzt werden. Dann würde der Personal Trainer in diesem Moment mit den Händen beim Klienten aktiv die Schultern nach hinten unten bewegen, damit er realisiert, wie sich das im Optimalfall anfühlen sollte.

Oder: Der Klient gibt dem Trainer das Feedback: „Ich spüre die Bauchmuskeln nicht bei der Bauchübung“. Dann kann der Coach beispielsweise taktil sanft mit zwei Fingern in die Bauchmuskeln drücken und dem Kunden die Anweisung geben, er solle diese doch jetzt aktivieren / anspannen.

Wie also die Hands On Technik genau umgesetzt wird ist letztendlich Sache des Coaches. Es bietet sich allerdings an, dass man eine Aus- oder Weiterbildung zum Hands On Coach macht.

4 Tipps für die richtige Herangehensweise beim Hands On Coaching:

Im Hands On Coaching ist man oft sehr nah am Kunden. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein „fremder“ Mensch einen am Körper anfasst. Deshalb brauch ein guter Personal Trainer ein Fingerspitzengefühl wie er das mit seinen Klienten umsetzt.

Tipp 1: Die Ansprache

Man muss vielleicht erstmal differenzieren, ob der Kunde ein 1:1 Personal Training gebucht hat, oder man als Coach auf der Trainingsfläche oder im Kursbereich unterwegs ist. Wenn man jetzt direkt den Kunden bei sich hat, ist es oftmals leichter und man kann das beispielsweise im Ersttraining ansprechen, dass es manchmal notwendig ist, mit einem gewissen Körpereinsatz zu arbeiten. Auf der Trainingsfläche oder im Kursbereich würden wir wie folgt vorgehen. Analysiere die Bewegung und warte ab, bis der Kunde seine Übung abgeschlossen hat. Dann fragst Du, ob es einen Grund gibt, warum er die Übung so ausführt, wie er es gerade gemacht hat. Denn manchmal kommt es vor, dass es hierfür einen Grund gibt und dann bedeutet dass nicht, dass er die Übung deswegen falsch macht. Nur weil er sie nicht so ausführt, wie Du sie in diesem Augenblick für ihn sehen würdest. Dann kannst Du sagen: „Mir ist da eine Kleinigkeit aufgefallen, die wir noch an deiner Ausführung noch optimieren könnten, bist Du dafür offen?“ Wenn der Kunde wir nennen es gerne „beratungsresistent“ ist, sollte man ihn freundlich verabschieden ohne ihm ein komisches Gefühl dabei zu geben. Im anderen Fall sind nun alle Türen geöffnet und wir können mit dem Coaching fortfahren.

Tipp 2: Um Erlaubnis fragen

Nun kommt es vor, dass der Kunde auf verbale Korrekturen nicht anspringt. Dann ist oftmals „Hand anlegen“ angesagt. Doch vorher ist es ganz wichtig, dass wir immer ausnahmslos freundlich um Erlaubnis fragen. Eine Ansprache könnte wie folgt aussehen: „Ist es für Dich in Ordnung, dass ich Dir taktil mit meinen Händen die Bewegung optimiere? Ich gebe Dir kleine Impulse, damit Du die Bewegung besser ausführen und die Zielmuskeln die wir mit dem Training erreichen wollen besser ansteuern kannst“. Wir haben persönlich noch nie erlebt, dass dieses verneint wurde. Doch sollte es mal vorkommen, wird dieser Klient mit Sicherheit seine Gründe dafür haben und dann dürfen wir das erstmal so akzeptieren. Manchmal muss dann erst weiter Vertrauen aufgebaut werden.

Tipp 3: Negationen vermeiden

Denke jetzt bitte NICHT an einen Frosch mit einem rosa Tütü 😉 Merkst was? Genau. Du hast an einen Frosch mit rosa Tütü gedacht. Es ist erwiesen, dass wenn wir mit sogenannten Negationen beim Coaching arbeiten, Menschen genau das machen, was sie nicht machen sollen. Vielleicht nicht in der 1:1 Einheit in der Du anwesend bist. Sobald diese es allerdings auf eigenen Faust versuchen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich an den falschen Teil der Anweisung erinnern.

Ein Beispiel: Der Coach sagt als Anweisung: „Den Rücken bei Übung X nicht überstrecken!“  Der Kunde erinnert sich wage an: „Den Rücken überstrecken“

Also formuliere Deine Anweisungen immer positiv und vermeide Negationen beim Coaching.

Tipp 4: Feedback einholen

Ein generelles Thema beim Coaching ist, dass sich viele Trainer gar kein oder nicht ausreichend Feedback nach der Korrektur einholen. Denn es heißt ja nicht, dass wenn wir dem Kunden in der Bauchübung korrigiert haben, er diese technisch einwandfrei ausführt, er sie nach der Korrektur dann dort spürt, wo wir hinwollten. Deswegen ist es unserer Meinung nach essentiell sich nach jeder Korrektur und Trainingseinheit ein ausführlicheres Feedback einzuholen. Und damit meinen wir nicht, mit dem Kunden nur noch zu sprechen und den „Flow“ im Training zu verlieren. Hands On bietet hiermit auch eine tolle Möglichkeit, bei einer Übung schneller an eine optimale Übungsausführung mit dem notwendigen Trainingsreiz zu kommen.

Cue (Coaching Cue) im Personal Training:

Egal ob Personal Trainer, Fitnesstrainer, oder Strenght and Performance Coach, Konditionstrainer oder Kursintruktor. In allen Bereichen werden Coaching Cues eingesetzt, um die Qualität einer Trainingseinheit zu optimieren. Welche Arten von Coaching Cues es gibt, wie man diese bei welcher Übung einsetzt wirst Du hier im folgendem Text erfahren.

Was sind Coaching Cues?

Ein Coaching Cue oder Cues sind Hinweise und Tipps, die einem Trainierenden während einer Trainingseinheit in unterschiedlicher Form gegeben werden um dessen Bewegung zu optimieren, einen Impuls auszulösen oder diesen in den Fokus zu bringen. Diese können in unterschiedlicher Art und Weise gegeben werden. Im Folgenden werden wir auf die wichtigsten Punkte bei den Coaching Cues eingehen.

Warum macht man Coaching Cues?

Die Einsatzmöglichkeiten von Coching Cues sind vielseitig. Durch diese schafft man es seine Kunden, Athleten, Kursteilnehmer schneller und effektiver in die vom Trainer gewünschte Position zu bekommen. Weiterhin können sie helfen die Reaktionszeit zu verbessern, indem der Klient zum richtigen Zeitpunkt eine Bewegung ausführt. Man kann den Rythmus einer Bewegung, die Geschwindigkeit einer Bewegung und viele andere Dinge damit steuern und anleiten. Hierbei spielt es keine Rolle ob es sich um Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis dabei hält. Im folgenden werden wir dir die Arten der Coaching Cues näher bringen.

Weche Coaching Cues gibt es?

Taktile Cues:

Eine Art des Coaching Cue ist der taktile Reiz auch hands on genannt. Hierbei geben wir durch einen taktilen Reiz einen Hinweis für den Klienten. Das kann z.B. sein, dass man mit der Hand eine Reichweite für eine Bewegungsamplitude vorgibt. Und man dem Kunden beispielsweise sagt, dass er sobald er die Hand berührt, mit der Bewegung stoppt.

Auditive Cues:

Bei den auditiven Cues geben wir dem Kunden durch verbale Hinweise Anweisungen, wie er die Übung auszuführen hat. Ein Beispiel hierfür wäre der auditive Hinweis für einen Startimpuls. Der Trainer könnte zum Beispiel sagen: „Wenn Du das schnipsen von meinem Finger hörst, startest Du den Sprint“. Oder: „Wenn ich „Hepp“ rufe, löst Du den Sprung in der Bewegung aus.

Ryhtmik als Cue:

Die Rythmik ist eine Art des akustischen (auditiven) Cueing. Häufig verwendete Techniken hierbei sind „schnipsen“, „klatschen“ oder das verwenden der eigenen Stimme in unterschiedlicher Höhenlage. Die Rythmik zählt also auch hier zu den vielseitigsten Techniken.

Visuelle Cues:

Eine sehr effektive Möglichkeit ist die Visualisierung. Viele Profisportler nutzen die Kraft der Visualisierung um Bestleistung im richtigen Moment bei sich abzurufen. Das können wir uns allerdings auch im Breitensport zu nutzen machen. Also Coach können wir z.B. die Übung selber vormachen, ein Video zeigen oder Teilbereiche der Bewegung mit einzelnen Punkten visualisieren.

Wie führe ich Coaching Cues aus?

Hierbei haben wir gute Erfahrungen mit der sogenannten „Sandwich-Methode“ erhalten. Hierbei steigst Du bei der Korrektur mit einem Lob in das Coaching (Korrektur) ein. Nachdem Du die Aufmerksamkeit von Deinem Klienten hast, gibst Du ihm die Korrektur vor. Setzt er diese um, steigst Du mit etwas positiven (zweites Lob) wieder aus. Somit fühlt sich niemand negativ „kritisiert“ sondern eher als „konstruktiv“ geholfen. Wertvolle Technik, probiere die unbedingt mal aus. Wichtig ist hierbei, dass Du zu 100% ehrlich bist. Manchmal dauert eine Korrektur etwas länger, oder es findet sich nicht direkt eine Lösung für das Thema. Dann wäre es beispielsweise falsch, etwas zu loben, was sich nicht verbessert hat. Hierbei kann man dann anders einen positiven Ausstieg aus der Übung finden.

Wichtig ist auch, dass Du maximal eine Sache pro Training korrigierst und Dich voll und ganz auf diese eine Sache einspielst. Denn werden es mehr als 1-3 Korrekturen ist der Klient in der Regel verwirrt und kann sich nur einen Teilprozess merken. Wir lernen am besten, wenn wir uns auf eine Sache fokussieren. Klingt logisch?! Hierbei sollte auch ein Zeitraum von 7-14 Tagen vergehen. Gib Deinen Klienten Zeit es zu adaptieren, es selbst nochmal auszuprobieren, sich zu entwickeln. Mache Dir am besten Notizen dazu. Wenn Du in einer Kleingruppe oder größeren Gruppe Dein Training unterrichtest, solltest Du die Korrektur an Alle aussprechen. Denn dann fühlt sich keiner direkt angesprochen und kommt somit in keine unangenehme Situation. Falls Du merkst, dass diese Einzelperson es während dem Training trotz allgemeiner Korrektur immer noch nicht „hinbekommt“, kannst Du diese nach dem Training nochmal kurz 5 Minuten zu Dir holen wenn alle weg sind und mit der Sandwich Methode wahre Wunder bewirken. Die Klienten werden es Dir danken.

Zusammenfassung:

Egal ob die HandsON Technik oder die Coaching Cues oder wie man das „Baby“ abschließend tauft. Beide Techniken helfen enorm um mehr Qualität bei unserem Coaching zu erzeugen. Beide Techniken sind erlernbar und sollten idealerweise in einem Praxis Coaching von einem erfahrenen Coach gelernt werden. Im Wesentlichen sind es 4 Hands On oder Coaching Cue Techniken (tatkil, akustisch (auditive), Rhytmik und visuell). Wir werden Euch informieren, sobald es geeignete Workshop zu diesem Thema gibt.